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Grau-Erle
(Alnus incana)

Andere Bezeichnungen: Weiß-Erle

Grau-Erle
Grau-Erle im September

Wer in Gebirgstälern an Flüssen und Bächen wandert, begegnet der Grau-Erle nahezu auf Schritt und Tritt. In Mitteleuropa fühlt sie sich dort in Höhenlagen zwischen 500-1500 Meter wohl, gerne auch an Hangvernässungen, kalkhaltigen oder nur gelegentlich überfluteten Schotter- und Kiesböden. Im Gegensatz zu ihrer Artverwandten, der Schwarz-Erle, vermeidet sie Staunässe, punktet dafür aber in einer höheren Toleranz hinsichtlich Trockenheit und Frost. An Höhe erreicht der ein- oder mehrstämmige Baum ±20 Meter. Im Freistand zeigt sich oftmals eine im Umriss annähernd kegelförmige Krone.

Die wechselständig angeordneten Blätter der Grau-Erle unterscheiden sich grundlegend von denen der Schwarz-Erle; zuweilen mag man beim ersten Betrachten geneigt sein, irrtümlich Birkenblätter zu erkennen. Es ist das Blatt überwiegend elliptisch, 4-10 cm lang und randseitig doppelt gesägt. Das Blattende ist spitz und die Basis breit keilförmig. Im Gegensatz zur Schwarz-Erle ist die Blattspitze niemals abgerundet oder gar ausgerandet. Je Spreitenhälfte sind 8-12 Seitenadern beobachtbar. Unterseits ist die Spreite graugrün und filzig behaart, später mal mehr oder weniger verkahlend; diese Behaarung setzt sich in den Blattstiel fort. Oberseits ist das Blatt mittel- bis dunkelgrün und nur anfänglich behaart. Auch die Triebe wie die im Herbst beobachtbaren dunkelbraunen, nicht klebrigen Blattknospen sind ± behaart.

Blätter der Grau-Erle, Ober- u. Unterseiten
Grau-Erle: Blattoberseiten (li.), Blattunterseiten (re.)

Grau-Erle: Blattdetails
Blatt der Grau-Erle: Blattoberseite (1), Blattunter- u. Oberseite (2), Blattknospen im Herbst (3), Blattoberseite an der Basis (4), Blattunterseite (5), Blattrand unterseitig (6)

Die männlichen wie weibliche Blütenstände sind an der einhäusig veranlagten Grau-Erle bereits im Sommer-Vorjahr angelegt: die männlichen Blütenstände zu 3-4 als Kätzchen, zuletzt 7-10 cm lang, die weiblichen Blütenstände als unscheinbar kurze Kätzchen zu 2-3 mit einer Länge in der Blütezeit von 3-5 mm.
Nach der noch vor dem Laubaustrieb erfolgten Blüte (Februar - April) reifen die weiblichen Kätzchen zu Fruchtzäpfchen heran; sie sind etwas kleiner und „bauchiger“ als die der Schwarz-Erle. Bei Reife (Oktober / November) entlassen die nunmehr holzigen Fruchtzäpfchen schmal geflügelte Nüsschen.

Grau-Erle: Vorjahresblütenstände
Grau-Erle: männl. Blütenstände im Vorjahr (li.), reifende Fruchtzäpfchen (re.)

Die Rinde von insbesonders hohen Grau-Erlen erinnert entfernt an die der Rot-Buche: glatt, hell- bis silbergrau und erst im Alter dunkelgrau. Eine schuppige Borke entwickelt sich gelegentlich sehr spät und wenn, dann auf den unteren, also ältesten Stammbereich beschränkt. Markant sind die zahlreichen kleinen, annähernd in Querstreifen auftretenden Lentizellen. Oftmals ist bei den Stämmen eine leichte Spannrückigkeit zu beobachten; es zeigt sich diese in längs des Stammes verlaufenden Vertiefungen (bzw. Erhöhungen).1)

Rinde eines kleinen Grau-Erlenbäumchen
Rinde einer kleinen, von der Witterung stark in Mitleidenschaft gezogenen Grau-Erle am Stamm und einem jungen Zweig

Die hell- bis silbergraue Rinde ist namensgebend für die „Grau“-Erle. Ihre Eigenschaft, auch im Alter keine Schuppenborke zu entwickeln, unterscheidet sie bei diesem Merkmal deutlich von der Schwarz-Erle.



Anmerkungen:
1) Siehe hierzu auch die sehr guten Bilder in Godet [Lit. G03, S. 88ff].

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