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Die im mittel-östlichen Nordamerika weitverbreitete und etwa 1700 in Europa eingeführte Amerikanische Gleditschie, im Folgenden abkürzend als Gleditschie bezeichnet, erreicht in unseren europäischen Breiten eine Höhe bis etwa 25 Meter (Nordamerika bis 45 Meter). Sie weiß sich zu wehren, wenn ihr jemand an den Stamm oder das Astwerk gehen will: Am Stamm und an den Zweigen befinden sich zwischen 2,5-10 cm lange Dornen – ein einzigartiges Charakteristikum für die Gleditschie.
Mehrere Hauptäste die vom Stamm abgehen oder an dessen Ende seine Fortsetzung beschreiben, sind stark aufsteigend. Das folgende Ast- und Zweigwerk ist teilweise überstehend oder hängend und ergibt das Bild einer insgesamt sehr lockeren wie offenen Krone. Sehr häufig fällt die Krone ihrer Gestalt nach trichterförmig aus.
Wer sich nach außen hin so martialisch gibt, muß auch einstecken können. Tatsächlich ist die Gleditschie hinsichtlich ihrer Standortbestimmungen recht anspruchslos – wenn sie nur genügend Licht erhält. Sie kommt mit härteren Winterzeiten (bis ca. -34° C) klar, auch mit trockeneren Böden bzw. längerer Trockenheit und ist weitgehend resistent gegen Abgase und andere Luftverschmutzungen. Aus diesem Grund ist die Gleditschie häufig als Park- und Straßenbaum anzutreffen. In einem Schulhof oder auf einem Spielplatz würde sich eine dornenbewehrte Gleditschie allerdings nicht so gut machen; daher sind oftmals auch dornenlose Sorten anzutreffen. Gelegentlich begegnet man auch der dornenlosen Amerikanischen Gleditschie, Gleditsia triacanthos fo. inermis Willd.1)
Belaubt ist die sommergrüne Amerikanische Gleditschie mit wechselstandig angeordneten, einfach oder doppelt gefiederten Blättern. Ein einfaches, in der Regel paariges und bis zu 20 cm langes Fiederblatt besitzt bis zu 32 Blättchen, die randseitig kerbig gesägt, zuweilen auch ganzrandig sein können. Das Blättchenende ist stumpf bis spitz. An der Basis sind die Blättchen überwiegend abgerundet und sitzen auf der Spindel nahezu auf bzw. sind sehr kurz gestielt. Die Blättchen können bis zu 3,5 cm lang werden und zeigen eine elliptisch-längliche bis schwach-eiförmige Form auf. Im Fall einer doppelten Fiederung kann das Fiederblatt bis zu 30 cm lang werden und zwischen 8 bis 14 weitere Fiedern (= Fiedern 1. Ordnung) tragen. Beidseitig ist das Fiederblatt kahl.
Die Amerikanische Gleditschie ist polygam veranlagt: Sie kann auf einem Exemplar weibliche und zwittrige Blüten oder männliche und zwittrige Blüten tragen, ebenso aber auch weibliche, männliche und zwittrige Blüten. Die Blütenstände zeigen sich stets als 5-13 cm lange Trauben. Etwa im Mai/Juni startet die Gleditschie ihre Blütensaison.
Ein Baum der sich mit kräftigen Dornen an seinem Stamm verteidigt, hat offensichtlich auch etwas Feines anzubieten. Solches ist im Zeitraum September/Oktober der Fall: Hülsenfrüchte mit einer Länge zwischen 30-50 cm. Im reifen Zustand sind die Früchte rot-braunfarben, flach und verdreht bzw. gekrümmt; es kommt daher auch der Name „Lederhülsen-Baum“. Eine Hülse beinhaltet etwa 25 oder mehr linsenförmige Samen. Das Fruchtfleisch, in welches die Samen eingebettet sind, ist essbar, ebenso die Samen selbst. In den USA haben in Notzeiten die Samen nach ihrer Röstung als Kaffee-Ersatz gedient. Im herbstlichen Reifezustand öffnen sich die Hülsen nicht von selbst sondern bleiben noch bis weit in den Winter hinein vollständig am Baum hängen (= Wintersteher). In aller Regel über Wildtiere und Vögel bzw. deren Verdauung, werden die Samen später verteilt.
Rötlich gefärbte Längsrisse sind bei den Borken jüngerer Exemplare der Amerikanischen Gleditschie häufig zu beobachten. Später wird die Borke gräulich-schwarz, in Längsrichtung rissig.
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