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Berg-Kiefer
(Pinus mugo ssp. mugo)

Andere Bezeichnungen: Latschen-Kiefer, Latsche, Krummholz-Kiefer, Leg-Föhre, Knieholz

Berg-Kiefer
Latschen-Kiefer Pinus mugo ssp. mugo

Abhängig von der Licht- u. Witterungslage sowie der Bodenbeschaffenheit kommt die Latschen-Kiefer (Pinus mugo ssp. mugo) in den Alpen im Höhenbereich zwischen etwa 1.600 und 2.500 Meter vor. Sich abgrenzend von den beiden anderen (hier nicht vorgestellten) Bergkiefer-Unterarten uncinata (Haken-Kiefer, Spirke) und rotundata (Moor-Kiefer) erreicht die vielstämmige wie strauchige Latschen-Kiefer lediglich eine Höhe zwischen 3-5 Meter. Sie zeigt sich in ihrer Stämmigkeit oftmals am Boden kriechend und findet erst zum Kronenbereich hin zur aufrichtenden Form. Vor allem die bodennahen Stämme sind nichthaftend schuppig, tiefbraun bis graufarben, gelegentlich schwärzlich. Die Extremtemperaturen vertragende Latschen-Kiefer bevorzugt sonnige Hänge sowie u. a. kalk- wie sandsteinhaltige Böden. Mitunter fühlt sie sich auch in Lawinenschneisen bzw. auf Geröllfeldern wohl. Vor allem oberhalb der jeweiligen Baumgrenze können die Latschen-Kiefern locker oder mit einem dichteren Bestand den sog. „Latschengürtel“ bzw. „Leg-Föhrengürtel“ bilden.

Dichter Bestand von Latschen-Kiefern
Latschen-Kiefern im Bereich der Baumgrenze, Südtirol im oberen Pfitschtal

Die sehr steifen wie oftmals zum Zweig hin gekrümmten und gelegentlich gedrehten Nadeln treten zu zweit auf und können bis ca. 7 cm lang sein; am Rand sind sie sehr fein gezähnt. Ihr Querschnitt ist ± halbkreisförmig. Spaltöffnungslinien sind allseitig in der Vergrößerung beobachtbar. Die anfänglich bis ca. 1 cm langen Nadelscheiden sind bleibend.

Nadel der Latschen-Kiefer
Pinus mugo ssp. mugo: Nadelpaare (1), Nadelwerk am Zweig (2), Nadelquerschnitt (3), Spaltöffnungslinien (4), Nadelrand (5)

Die rotbraunen Knospen der Latschen-Kiefer sind sehr harzig.
Im ersten Jahr sind die eiförmigen, an der Basis überwiegend symmetrischen Zapfen, grünfarben und erreichen zur Reife hin im zweiten Jahr, etwa Oktober/November, eine sattbraune Farbe. Ihre Länge beträgt 2-5 cm; breit können die Zapfen zwischen 1,5 --5 cm werden. Während der Reife zeigt sich mittig im hellbraunen, zentral im Schuppenschild liegenden Nabel, ein später hinfälliger Dorn. Das Schuppenschild ist nicht oder kaum höckerig.

Zapfen der Latschen-Kiefer
Pinus mugo ssp. mugo: Zapfen vor der Reife im September: Zapfen (1), Zapfenlänge (2), noch vorhandener Dorn im Nabel (3)

Hinsichtlich der exakten Bestimmung einer vorliegenden Berg-Kiefer (Pinus mugo) ist zu berücksichtigen, dass im Wesentlichen drei Unterarten unterschieden werden:

Die letztgenannte Haken-Kiefer kommt als einstämmiger Baum vor und kann eine Höhe bis ca. 25 Meter erreichen. Der Fortsatz der Schuppenschilder ihrer an der Basis asymmetrischen Zapfen ist mal mehr und mal weniger stark hakenförmig ausgeprägt.
Wesentlch näher an den Habitus der hier vorgestellten Latschen-Kiefer kommt die Moor-Kiefer. Sie kommt als Baum, auch mehrstämmig, bis ca. 10 Meter Höhe vor, aber auch strauchig und zunächst am Boden kriechend – ganz so wie die Latschen-Kiefer. Ihre Zapfen sind an der Basis überwiegend leicht asymmetrisch; ein Haken auf dem deutlich höckerigen Schuppenschild kann ansatzweise vorhanden sein.
Neben den o. g. morphologischen Merkmalen ist auch eine geografische Differenzierung hinsichtlich der natürlichen Verbreitungsgebiete der jeweilgen Unterarten von Bedeutung. Siehe hierzu auch Hecker [Lit. H02, S. 72 ff], den „Fitschen“ [Lit. S01, S. 730 ff] sowie Schütt u. a. [Lit. S05, S. 367 ff].


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