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Späte Trauben-Kirsche
(Prunus serotina)

Andere Bezeichnungen: Spätblühende Traubenkirsche

Spätblühende Traubenkirsche
Späte Trauben-Kirsche im August

Die Späte Traubenkirsche, beheimatet im östlichen Nordamerika, gelangte zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Europa. Obwohl die Späte Traubenkirsche im natürlichen Verbreitungsgebiet als ein Baum mit bis zu 30 Meter Höhe – gelegentlich auch mehrstämmig – vorkommen kann, ist sie in den deutschen Breiten überwiegend als ein sehr großer Strauch anzutreffen, vorzugsweise als Ziergehölz in Parks, aber auch an Straßenböschungen, wiederbegrünten Deponien oder verwildert an Waldrändern. Über Wurzelsprösslinge ist die Späte Traubenkirsche in der Lage, sich auch ohne eine Samenverbreitung rasch zu vermehren.

Spätblühende Traubenkirschen
Späte Trauben-Kirschen zum Monatswechsel April/Mai: kleiner mehrstämmiger Baum (li.), einstämmiger Baum in einer Parkanlage (re.)

Die Späte Trauben-Kirsche lässt sich von ihrer Gattungsverwandten, der Gewöhnlichen Trauben-Kirsche (Prunus padus), hinsichtlich iher Blätter leicht unterscheiden. Die noch jungen Blätter der Späten Trauben-Kirsche sind auf der unteren Mittelader deutlich weißfarben (später orange-bräunlich) behaart; diese Behaarung fehlt der Gewöhnlichen Trauben-Kirsche. Ferner gelangen die Seitenadern der Späten Trauben-Kirsche fast immer ungeteilt zum Blattrand, was bei der Gewöhnlichen Trauben-Kirsche nicht der Fall ist.
Die wechselständig angeordneten Blätter haben eine elliptische bis längliche Form und sind am Ende zugespitzt. An der Basis sind die Blätter ± regelmäßig breit keilförmig. Der Spreitenrand ist fein gesägt, wobei sich die sehr kurze Zahnspitze überwiegend blatteinwärts neigt. Die Spreiten können eine Länge zwischen 5-12 cm aufweisen. Der an der Basis mit zwei Nektardrüsen belegte Stiel ist 0,6 cm bis 2,5 cm lang. Die Blätter fühlen sich im Alter derb, ja lederig an – auch das ist ein Unterscheidungsmerkmal zu den eher dauerhaft weichen Blättern der Gewöhnlichen Trauben-Kirsche.

Blätter der Spätblühenden Traubenkirsche
Blätter der Späten Trauben-Kirsche: Blattoberseiten (o.), Blattunterseiten (u.)

Blattdetails der Spätblühenden Traubenkirsche
Späte Trauben-Kirsche: Blattunter- und Oberseite (1), Blattrand unterseits (2), Behaarung der Mittelader an der Basis (3), Nektarien am Blattstiel (4)

Blätter der Spätblühenden Traubenkirsche
Blätter einer Spätblühenden Traubenkirsche am Maianfang

Etwa im Zeitraum Mai setzt die Blüte der Späten Trauben-Kirsche ein; stets etwa zwei Wochen später als bei der Gewöhnlichen Trauben-Kirsche. Mit anderen Worten: Wenn die Blüten der Gewöhnlichen Traubenkirsche hinfällig werden, öffnden sich die Blüten der Späten Traubenkirsche. Aus diesem Grund wird von der „spätblühenden“ oder „späten“ Trauben-Kirsche gesprochen.
Der Blütenstand der Späten Trauben-Kirsche ist eine mit bis zu etwa 30 Blüten versehene und bis zu 15 cm lange, nicht hängende Traube. Die zwittrigen 5-zähligen Blüten haben eine Breite von ± 1 cm, ihre Kronblätter sind weiss.

Blüten der Späten Traubenkirsche
Blüten der Späten Traubenkirsche, Anfang Mai

Etwa im Zeitraum August bis September gelangen die Früchte zu ihrer Reife. Es sind dies kugelig schwarz-farbene, ca. 1 cm große Steinfrüchte. Im Gegensatz zur Gewöhnlichen Traubenkirsche sind bei der Späten Traubenkirsche die (als Rest vertrockneten) Kelchblätter am Stielende zur Frucht noch vorhanden. Die Frucht kann zwar gegessen werden, ist aber sehr bitter.
Der „traubige Fruchtstand“ und das Aussehen der Früchte gleich kleiner Kirschen, mag zu dem Begriff „Trauben-Kirsche“ geführt haben.

Früchte der Späten Traubenkirsche
Früchte der Späten Trauben-Kirsche, Ende August

Es entwickelt sich die anfänglich mit deutlich quer gezogenen Lentizellen versehene Borke der Späten Traubenkirsche, im Gegsatz zur Gewöhnlichen Traubenkirsche, im fortgeschrittenen Alter zu einer markanten Schuppenborke.

Borken Späten Traubenkirsche
Borken der Späten Trauben-Kirsche: Jüngere Gehölze (1 u. 2), älterer Baum (3 u. 4)

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