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Bäume in Darmstadt

Kirsch-Pflaume
(Prunus cerasifera)

Blühende Kirsch-Pflaumen
Blühende Kirsch-Pflaumen Mitte März

Die Kirsch-Pflaume ist ein Vorbote des herannahenden Frühling. Noch vor ihrem Laubaustrieb und weit vor der Blüte der meisten anderen Gehölze, geht es im Allgemeinen in der ersten Märzhälfte richtig los: Einzeln auftretende, mit weißen Kronblättern versehene Blüten säumen die hohen Sträucher oder mehrstämmigen Bäume. Unter den weiß blühenden Gehölzen eröffnet die Kirsch-Pflaume jahreszeitlich stets als Erste den Blütenreigen, also noch vor der einsetzenden Blüte anderer Prunus-Arten.
Die Kronen sind sehr dicht verzweigt, nach oben oftmals abgerundet. Wenn nicht als ein sehr dichter und hoher Strauch, dann zeigt sich die Kirsch-Pflaume überwiegend als ein vom Grunde ab mehrstämmiger Baum mit Ästen, die teilweise sparrig und überhängend auftreten. Eine geringe Bedornung jüngerer Äste kann vorhanden sein, muss es aber nicht.

Kirsch-Pflaumen im März und August
Kirschpflaumen: im März (li.), im August (re.)

Die wechselständig angeordneten und ihrer Form nach mehr oder weniger elliptisch ausfallenden Blätter können bis zu 9 cm lang und 4,5 cm breit sein; hierbei beträgt die Länge des Blattstiels 1 bis ca. 1,5 cm. Das Spreitenende ist spitz bis zugespitzt, die Basis (breit) keilförmig oder abgerundet. Der Blattrand ist durchgehend fein gesägt. Unterseits ist die Hauptader fein behaart und auch der Blattstiel weist oftmals noch eine sehr spärliche Behaarung auf.

Kirsch-Pflaume: Blätter, Ober- und Unterseite
Blätter einer Kirsch-Pflaume: Blattoberseiten (oben), Blattunterseiten (unten)

Kirsch-Pflaume: Blattdetails
Kirsch-Pflaume: Blattwerk (li.), Hauptader Blattunterseite (re. o.), Blattstiel (re. u.)

Erblickt das Auge im Gehölze noch vor dem kalendarisch einsetzenden Frühling erste weiße Blüten, gibt sich die Kirsch-Pflaume die Ehre. Ihre lang gestielten, einzeln auftretenden und im Durchmesser 2-2,5 cm breiten Blüten, besitzen fünf scheeweiße Kronblätter, die an ihrer Spitze überwiegend nicht ausgerandet sind und stellenweise einen etwas „schrumpeligen” Charakter aufweisen. Die Kronblätter sind ±1 cm lang und ihrer Form nach (breit) elliptisch bis verkehrt-eiförmig. Etwa ±25 Staubblätter besitzt eine Blüte, wobei der Staubfaden weiß ist und der Staubbeutel anfänglich gelb. Es liegt der Fruchtknoten oberständig, der Griffel ist kahl und erscheint in einem sehr hellen Weiß-Grün. Der Blütenboden kann oberseits an seinem Rand grün-gelblich bis rotfarben (= rotblühend) ausfallen. Im Gegensatz zu der ähnlich aussehenden Blüte einer Mirabelle ist der Stiel der Blüte einer Kirsch-Pflaume kahl, also unbehaart.

Blüten der Kirsch-Pflaume
Blüten der Kirsch-Pflaume

Im Zeitraum Juli - August gelangen die Steinfrüchte der Kirsch-Pflaume zur Reife. Je nach Sorte und Unterart, abhängig aber auch von der jeweiligen Sonneneinwirkung, fällt die Farbe der bis zu 3 cm kugeligen, schwach bereiften Früchte gelb, rötlich oder blauviolett aus. Einerseits erinnern die Früchte an „größere Kirschen”, andererseits ähnelt ihr Kern dem einer Pflaume – die Bezeichnung „Kirsch-Pflaume" trifft damit in's Schwarze. Der Steinkern lässt sich nicht oder nur sehr schwer vom Fruchtfleisch lösen; beharrliches Knabbern und Lutschen im Mund ist hier angesagt. Die „Kirsch-Pflaumen” besitzen keinen individuellen Geschmack, wie man das von Kirschen oder Pflaumen gewohnt ist. Durchwegs eigen ist ihnen ihre Saftigkeit; gelegentlich stellt sich ein säuerlicher Geschmack ein.

Frucht einer Kirsch-Pflaume
Kirsch-Pflaume: Frucht und ihr Steinkern

Die Borke jüngerer Kirsch-Pflaumen ist mit auffällig vielen Lentizellen versehen. Im unteren Bereich, zum Boden hin bzw. erst im Alter, wird die Borke graufarben rissig.

Borke einer kirsch-Pflaume
Borke einer mehrstämmigen Kirsch-Pflaume: li. unterer Stammbereich, re. oberer Bereich eines Stammes

Mögliche Verwechselungen mit anderen Prunus-Arten – Unterschiede:

Gleichwohl die Kirsch-Pflaume etwa 14 Tage früher mit ihrer Blüte aufwartet als die Schlehe (Prunus spinosa), kommt es zu zeitlichen Überschneidungen und es ist ratsam, genauer hinzuschauen, um eine Verwechslung zwischen beiden Prunus-Arten, nur ihrer Blüte nach, auszuschließen.
Zunächst besitzt die nur strauchartig auftretende Schlehe auffällig viele Dornen, die in solcher Anzahl bei der Kirsch-Pflaume nicht vorhanden sind – wenn überhaupt. Es sind die weißen Schlehen-Blüten im Durchmesser mit bis zu 1,5 cm wesentlich kleiner als bei der Kirsch-Pfaume (bis 2,5 cm). Die Blüten der Schlehe erscheinen dichtgedrängt in Kurztrieben einzeln oder zu 2-3; bei der Kirsch-Pflaume überwiegt hingegen das einzelne Blütenauftreten in größeren Abständen zueinander. Der kahle Blütenstiel einer Kirsch-Pflaumen-Blüte erreicht ca. 1 cm Länge, bei der Schlehe sind es ca ± 0,5 cm.

Auch mit der Mirabelle (Prunus domestica subsp.syriaca) kann die Kirsch-Pflaume hinsichtlich der Blüten verwechselt werden. Ebenfalls vor der Mirabelle blüht bereits die Kirsch-Pflaume. Der Blütenstiel einer Mirabellen-Blüte ist behaart, was bei der Kirsch-Pflaume nicht der Fall ist. Grundsätzlich ist das Mirabellen-Gehölz, überwiegend Bäume, unbedornt.

Spätestens mit den Früchten werden die Unterschiede zwischen einer Kirsch-Oflaume, Schlehe und Mirabelle offenbar:
Die Früchte der Schlehe sind tiefblau bis schwarz, oftmals deutlich bereift, kugelig oder eiförmig und nur bis ca. 1,5 cm groß.
Es sind die kugeligen, bis zu 3 cm großen Früchte der Mirabelle fast immer gelbfarben und es lässt sich das Fruchtfleisch – im Gegensatz zu dem der Kirsch-Pflaume – sehr gut vom Steinkern lösen. Der Geschmack einer Mirabelle ist süßlich, der der Kirsch-Pflaume fade bis säuerlich.


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