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Roter Hartriegel
(Cornus sanguinea)

Andere Bezeichnungen: Blutroter Hartriegel, Hundsbeere, Hornstrauch

Roter Hartriegel
Roter Hartriegel im August

Der Rote Hartriegel ist ein bis zu ca. 5 Meter hoher Strauch. Er ist über seine Wurzelausläufer ein sehr ausschlagsfreudiger Strauch und ist im Europäischen, abgesehen von Süd-Spanien, Portugal und Skandinavien, nahezu überall anzutreffen, bis nach Kleinasien hinunter. Wohl fühlt sich der Rote Hartriegel an Waldrändern, auf Auen und an Ufern sowie nahezu überall dort, wo anderes Gebüsch gedeiht. In Parkanlagen und bei der Stadtbegrünung spielt er in der 1. Liga mit. Ebenso Straßen- u. Bahndämme sowie nicht mehr kultivierte Wiesen nimmt der Rote Hartriegel schnell in Beschlag und darf daher auch als ein Pioniergehölz bezeichnet werden. Seine Zweige sind sonnenseitig gerötet, vor allem im Winter. Im Herbst verfärbt sich ein Großteil seiner Blätter weinrot. Gelegentlich lässt sich der Rote Hartriegel auch als ein kleiner Baum antreffen.

Roter Hartriegel: Bäumchen und Blattwerk
Roter Hartriegel: Kleines Bäumchen (li.) und Blattwerk eines Strauches Ende September

Das gegenständig angeordnete einfache Laubblatt ist der Form nach breit elliptisch bis eiförmig, glattrandig und am Ende zugespitzt. Die Basis ist gestutzt bis keilförmig. Der Blattstiel, überwiegend sonnenseitig rotfarben und rinnig, weist eine Länge zwischen 0,5-1,5 cm auf. Die Spreite ist zwischen 4-10 cm lang. Das Blatt besitzt eine bogige Nervatur mit beiderseits 3-4, seltener 5 Seitenadern. Auf beiden Seiten ist das Blatt, erkennbar unter der Vergrößerung, leicht behaart; unterseits sind die Haare einzeln zu beobachten.

Roter Hartriegel: Blattober- u. Unterseiten
Roter Hartriegel: Blattoberseiten (o.), Blattunterseiten (u.)

Roter Hartriegel: Blattober- u. Unterseiten, unterseitige Behaarung
Roter Hartriegel: Blätter Ende August, Ober- u. Unterseiten (li.), Blattober- u. Unterseite (Mitte), Blattbehaarung unterseits (re.)

Im Zeitraum Mai bis Juni blüht der einhäusig veranlagte Rote Hartriegel kräftig weiß. Es erscheinen bis zu 5 cm breite schirmrispige Blütenstände mit 20-50 zwittrigen Blüten. Jede der mit vier länglich-weißen Kronblättern versehene Blüte besitzt um den Stempel vier Staubblätter und hat einen Durchmesser von ±1,1 cm. Oberhalb des unterständigen Fruchtknotens liegt ein grünlich-weisser Diskus, dem Stempel, Kron- und Staubblätter entspringen. Angenehm duftend können die Blüten nicht genannt werden. Wenn es die Verhältnisse zulassen, bringt der Rote Hartriegel auch noch im August/September vereinzelt Blütenstände hervor.

Blütenstände am Roten Hartriegel im Mai
Blütenstände am Roten Hartriegel im Mai

Roter hartriegel Ende August
Blütenstand und Früchte am Roten Hartriegel, Ende August

Etwa im August/September sind die schwarzblauen, bis ca. 0,8 cm großen kugeligen Steinfrüchte reif, die schirmrispig an roten Stielen hängen. Die rohen Früchte können verzehrt werden, sind aber geschmacklich ungenießbar.

Früchte des Roten Hartriegel
Roter Hartriegel: Früchte im August

Die Borke jüngerer Sträucher ist nahezu glatt. Im unteren Gehölzbereich bei älteren bzw. großen Sträuchern oder kleinen Bäumchen zeigt sich die Borke zerklüftet schuppig.

Borken des Roten Hartriegel
Borken des Roten Hartriegels

Das Holz wurde zu früheren Zeiten als „Riegelholz“ verwendet, bspw. um Türen zu sichern; so mag in Verbindung mit den später weinroten Blättern die Bezeichnung „Roter Hartriegel“ enstanden sein.


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