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Bäume in Darmstadt

Essigbaum
(Rhus typhina)

Andere Bezeichnungen: Kolben-Sumach, Hirschkolben-Sumach

Gruppe von Essigbäumen
Gruppe von männlichen Essigbäumen im Juni

Der Essigbaum ist in aller Regel als ein mit dicken Ästen versehener, etwa 3-5 Meter hoher Strauch anzutreffen, seltener als ein kleiner Baum mit einer Höhe über 10-12 Meter. Jungtriebe des Wurzelwerks sorgen dafür, dass Essigbäume häufig in Gruppen auftreten. Beheimatet im östlichen Nord-Amerika, findet man den Essigbaum im Europäischen verwildert auf Schuttplätzen, Gewerbebrachen, an Bahndämmen und gelegentlich auch – vor allem wegen seiner markanten orange-roten Herbstfärbung – als Zierstrauch in Parkanlagen bzw. Gärten.
Sieht man von den Früchten ab, erinnert der Essigbaum aus der Ferne betrachtet an einen Götterbaum, der ebenfalls große Fiederblätter besitzt und gerne gruppenweise auftritt.

Die wechselständig angeordneten und zwischen 30 und 60 cm langen Fiederblätter sind unpaarig, versehen mit 11-31 Blättchen. Ein Blättchen besitzt eine Länge von 5 bis 12 cm. Es sind die länglich-lanzettlichen Blättchen am Rand gesägt, an der Blattspindel (mit Ausnahme des Endblättchens) aufsitzend und spitz bis zugespitzt; die Basis ist abgerundet, gelegentlich schwach asymmetrisch. Oberseits sind die Blättchen dunkelgrün und lediglich an der Mittelader schwach behaart. Eine fühlbar deutliche Behaarung ist anfänglich auf der hellgrün-gräulichen Blättchenunterseite gegeben; diese unterseitige Behaarung nimmt mit der Zeit ab, führt aber nicht zur vollständigen Verkahlung. Eine durchgehende Behaarung zeigt die oftmals rötlich-braune Blattspindel.

Fiederblätter von einem Essigbaum
Blattoberseite (li) u. Blattunterseite (re.) von einem Fiederblatt des Essigbaums (Ende Juli)

Essigbaum: Blattdetails
Essigbaum: Oberseite (li) u. Unterseite (Mitte) von einem Blättchen, Blattspindel (re.)

Jüngere Zweige wie auch deren hellbraunen Knospen sind sehr samtig behaart. Gelegentlich wirkt der Stiel des Endblättchens geflügelt bzw. es treten zusätzlich schwach an der Blattspindel zwischen den letzten Blättchenpärchen Flügelleisten auf. (Treten bei der Blattspindel durchgehend Flügelleisten auf, handelt es sich um eine andere Rhus-Art!)

Essigbaum: Fiederblätter und Knospen
Essigbaum: Behaarter Zweig mit Knospe im April (li.), Fiederblätter (Mitte u. re.)

Der Essigbaum ist zweihäusig veranlagt, d. h. es gibt weibliche und männliche Exemplare. Bei den männlichen Exemplaren treten die Blüten in bis zu 25 cm langen Rispen auf; die Verteilung der grünlich-gelben Blüten ist locker und großzügig angelegt. Anders bei den weiblichen Exemplaren: Die rispigen Blütenstände sind gedrungener und kleiner. Männliche wie weibliche Blütenstände weisen eine feine Behaarung auf.

Essigbaum: Blütenstände
Essigbaum: Männl. Blütenstand (li.), weibl. Blütenstand (re.), Junimitte

Im Zeitraum August bis September setzt die Fruchtreife ein. Aus den weiblichen Blüten sind sodann kleine, etwa 5 mm dicke Steinfrüchte geworden. Das dünne Fruchtfleich ist rötlich behaart. Die Fruchtstände können noch bis über den Winter hinaus am Baum bzw. Strauch bleiben.

Früchte des Essigbaums
Fruchtstand vom Vorjahr im April (li.), Reifende (rosa) und schon nahezu reife Fruchtstände (tiefrot) in der zweiten Junihälfte (Mitte u. re.)

Früchte des Essigbaums
Essigbaum: Früchte (li. u. Mitte), Steinkern (re.)

Es lässt sich mit den Früchten des Essigbaums der saure Geschmack von Essig zusätzlich verstärken; aus diesem Grund ist die Bezeichnung „Essig”-Baum gegeben. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Rhus-Arten sind die die Früchte von Rhus typhina nicht giftig. Es ist allerdings sehr ratsam, die Früchte nur zu verwenden bzw. zu essen, wenn die Bestimmung Rhus typhina ohne Zweifel gesichert ist!

Je nach Alter und Lage im unteren Stamm-/Astbereich fällt die Borke glatt oder furchig mit Korkwarzen versehen aus.

Borken von Essigbäumen im unteren Gehölzbereich
Borken von Essigbäumen im unteren Gehölzbereich

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